Entscheidungen

Es ist immer wieder spannend, mich selbst zu beobachten – wie ich mit unbekannten Situationen umgehe, wie ich auf meine neue Freiheit reagiere. Im Moment stehe ich vor der Entscheidung, wie ich ab Donnerstag von Frankreich nach Spanien zum „Festival Alternativo de Creatividad y Educación“ bei Madrid fahre. Und da laufen ganze Filme ab!

Vier Tage habe ich Zeit zwischen meiner Abfahrt im Limousin und dem Beginn des Festivals. Aber wie entscheide ich jetzt, wie ich diese vier Tage verbringen werde? Vieles wäre möglich. Der erste Impuls war, der von Google Maps vorgeschlagenen Strecke zu folgen – ohne Mautstraßen, versteht sich – und über die Atlantikküste durchs Baskenland zu fahren. Ich könnte dort auf einem Campingplatz am Meer Station machen und mir einen Tag am Strand gönnen, so meine Überlegung. Nun soll es allerdings laut Wetterbericht genau an meinem Pausen-Tag regnen. Hm.

Ok, dann ein anderer Plan. Was könnte man noch machen? Ich könnte auch über die Mittelmeerküste fahren, über Katalonien. Vielleicht ein kurzer Besuch in Barcelona? Da war ich noch nie. Und Barcelona sollte man gesehen habe, oder nicht? Gleich setzt wieder mein anerzogenes Sollte-Programm ein. Keine Chance verpassen. Ich sehe mich vor meinem inneren Auge bei der Großstadt-Besichtigung. Nein, das ist überhaupt nicht das, was ich gerade brauche. Barcelona läuft nicht weg. Wie wäre es, wenn ich in mich hineinspüre, was mir jetzt gut tun würde?

Hey, kann man nicht auch mitten über die Pyrenäen fahren? So wie wir 2011 über die Alpen gewandert sind? Oder ist das eine verrückte Idee? Ich fahre auf Google Maps verschiedene Strecken ab. Sieht doch machbar aus.

Die Entscheidung steht fest: ich buche keine Unterkunft im voraus, lege mich nicht fest. Ich nehme einfach den Weg, der sich beim Losfahren stimmig anfühlt, und lasse mich überraschen…

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